Bilder vom Offenen Garten am Spielplatz Dünebusch

Am Sonntag, den 28.April wurde die neue Spielplatzsaison in Dünebusch eingeleitet. Der Bürgerverein veranstaltete dazu einen Offenen Garten direkt auf dem Spielplatz.

Viele große und kleine Gäste genossen einen gemeinsamen Nachmittag. Das Highlight bildete natürlich der neue Wasservulkan. Dieser wurde in vielen ehrenamtlichen Stunden von engagierten Helfern aufgebaut. Vielen Dank noch einmal für euren Einsatz, das Ergebnis kommt super an und kann sich wirklich sehen lassen.

Im Rahmen einer spontanen Spendenaktion wurde ein kleiner Betrag gesammelt, der für die weitere Gestaltung des Spielplatzes verwendet wird.

 

 

 

 

 

 

 

 

 
 
 
 

Die Mitsitzerbank 

Der Reporter richtete sein Mikrophon  auf den Mund eines bärtigen Mannes.

„Darf ich Sie fragen, wie lange sitzen Sie schon auf dieser Mitsitzerbank?“ 

 

Der Mann schob den linken Mantelärmel zurück, zog einen Puloverärmel hoch, dann noch einen weiteren Ärmel eines langärmeligen Unterhemdes und fand seine Armbanduhr: „Zwei Wochen, drei Tage, 11Stunden, 14 Minuten und, warten Sie einen Moment, jetzt 15 Sekunden.

Ich muss aber gestehen, ich war zwischendurch auch mal zuhause und habe mir etwas zu Essen und zu Trinken geholt. Auch was Wärmeres zum Anziehen, und dann habe ich mir auch gleich den alten Schlafsack mitgenommen. Der ist gut, mit dem war ich damals mit meiner Frau  in Tibet, im Himmalaya.“

 

Reporter:“ Dann sitzen sie ja schon eine ganze Weile hier.“

 

„Ja, ich hätte auch nicht gedacht, dass es so lange dauert, aber jetzt ist es zuende.“

 

„Wieso ist es zuende?“Der Reporter, der zwischenzeitlich das Mikrophon zu sich gedreht hatte, richtete es wieder auf den Mund des Bärtigen.

 

„Wissen sie, ich bin ja alleinstehend. Die Kinder sind aus dem Haus, meine Frau ist vor einem Jahr gestorben. Ich fühle mich oft allein. Mir ist es immer ein bißchen schwer gefallen, Kontakte zu knüpfen, da kam dieses Projekt wie gerufen. Es soll die Kommunikation im ländlichen Raum fördern.“

 

„Das ist ein Projekt?“

 

„Ja das ist ein Leader-Projekt der Europäischen Union. Die stiften eine Bank und ein Schild.“

Als der Bärtige nach rechtsoben nickt, bemerkt der Reporter eine blaue Tafel. Mit Sternchen umrahmt steht darauf >Mitsitzerbank< darunter, >finanziert durch Fördergelder der Europäischen Union<.

„Es war verdammt schwierig an die Förderung zu kommen.“

 

„Erzählen Sie mal“, fordert der Reporter ihn auf.

 

„Das war so: Der Gemeinderat hatte ein paar gute Vorschläge, wo diese Mitsitzerbank stehen sollte.

Aber die  EU hatte narürlich Richtlinien dazu erlassen: Also, die Bank darf nicht in der Nähe einer Bushaltestelle stehen. Der Busfahrer könnte dadurch irritiert werden, weil er denkt, da sitzen Fahrgäste. Er würde unter Umständen halten, obwohl keiner mitfahren will, und das würde den Fahrplan durcheinander bringen.

Die Bank darf aber auch nicht auf privatem Grund stehen, damit der Privatmann nicht etwa für sich privat darauf sitzen kann. Es hatten sich aus der Gemeinde zwar schon ein paar Leute gemeldet, die es schön gefunden hätten, wenn sich auf der Bank Leute gefunden hätten, zum Erzählen statt vor dem Fernseher zu sitzen. Wissen Sie, früher zu Omas Zeiten war das so. Eine Bank stand beim Mülleips Gustav, eine beim Schenks Nettchen, eine oben im Mömelshoff bei Freischladers vor der Tür. Da traf man sich abends und erzählte sich was so passiert war. Aber wie gesagt, das geht nicht mit EU-Geld.

Im Gemeinderat hat man sich überlegt, ob die eine Bank nicht genau zwischen Bitzen und Dünebusch stehen könnte, damit beide Dörfer in den Genuss dieser Bank kommen könnten, wegen Gerechtigkeit, sie verstehen! Das ging aber auch nicht, da wäre zu viel Autoverkehr zwischen den Dörfern, das würde die Kommunikation zwischen den Menschen auf der Bank stören und es wäre außerdem viel zu unfallträchtig. Wer dorthin gehen wollte, könnte eventuell von einem Auto erfasst werden. Oder ein Auto fährt direkt in die Bank. Aus diesen Gründen wurden sowohl der Standort an den Birken, da wo früher das Transformatorenhaus stand, als auch der an der Ecke, wo es zum Heinz-Otto Lück geht, verworfen.“

 

Der Reporter sah den Bärtigen fragend an. Sein Gehirn versuchte diese Informationen in seine geistige Landkarte der Bitzener Gemeinde zu übertragen.

 

„Wissen sie nicht ?“, versuchte der Bärtige zu helfen,“ dort wo früher der Milchbock stand, wo die Molkerei von Roth aus Lücks Milch abgeholt hat, wo immer die großen Aluminiumkannen standen, wie  an der Milchbude...!“

 

Das Gesicht des Reporters drückte immer noch ein großes Fragezeichen aus. Für diese Informationen war er zweifellos zu jung. Für ihn kam die Milch aus der Kühltheke des Supermarktes. Natürlich wusste er, dass die Milch von der Kuh kam. Deshalb trank er ja auch keine, er lebte vegan! Entsprechend hatte er sich auch über irgendwelche Zwischenschritte von der Kuh zum Kühlregal nie Gedanken gemacht, erst recht nicht darüber, wie es früher gewesen war.

 

Der Bärtige kommentierte das Gesicht seines Gegenübers mit einem neutralen „ Naja!“

Er berichtete weiter: „ Unser Bürgermeister hat sich so schnell aber nicht abwimmeln lassen. Weil wir ja sowieso die bunten Bänke zum Ausruhen als Aushängeschild der Gemeinde haben, wollten wir auf die Bank verzichten, nur im Projekt aufgenommen werden und das Schild haben. Ging aber auch nicht. Man kriegt das nur im Paket. Da hat der Gemeinderat auf die Teilnahme am Projekt verzichtet.“

 

„Und wieso“, fragt der Reporter, „steht hier dennoch die Mitsitzterbank?“

„ Es war dann wohl so, dass es für mehrere Gemeinden schwierig war, die Kriterien für das EU-Projekt zu erfüllen. Man hatte aber schon Bank-Schild-Einheiten im Voraus in Auftrag gegeben. Die war man nun nicht los geworden und hat sie an die Gemeinden verschenkt, die irgendwann mal einen Antrag gestellt haben. Jetzt steht die Bank richtig, entsprechend der Kriterien. Sorry, aber meine Zeit ist jetzt vorbei.“ Wieder schaut der Bärtige nach rechtsoben.

Da steht  >Mitsitzen für 20 Minuten <. 

 

„Sie sitzen jetzt schon eine halbe Stunde bei mir.“ sagt der Bärtige. Er schaut auf die freigeschobene Armbanduhr, „wenn ich jetzt aufbreche kann ich in zwei Stunden bei mir zuhause zum Abendessen sitzen. Es ist für mich ein bisschen mühsam über das Geröll in diesem alten Steinbruch zu kommen. Dann muss ich ja auch noch über den Bach, wo nur noch Brückenpfeiler stehen, wo ich ne Planke drübergelegt habe. Der Rest, berghoch, ist einfach,  das ist breiter Waldweg. Vielen Dank noch mal für das Gespräch und das Mitsitzen.“

 

Bild und Text: Sigrid Vollstedt

 

 

Umwelttag in Bitzen
 
Die Ortsgemeinde Bitzen führte am vergangenen Samstag ihren diesjährigen „Umwelttag“ durch. Trotz des kalten Wetters mit teilweise heftigem Schneefall hatten sich zahlreiche freiwillige „Müllsammler“, darunter auch Kinder, eingefunden, um den Müll aufzuheben, der von verantwortungslosen Mitbürgern illegal entsorgt worden war. Vielen Dank an alle fleißigen Helfer.
 
 

 

 
 
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