Der MGV Dünebusch ist der älteste Kulturträger unserer Gemeinde.

Es tönet das Lied aus vollen Herzen!
Es lindert die Sorgen, Qualen und Schmerzen.

Erst drei Jahre nach Kriegsende, am 1. November 1921, versammeln sich im Hause Peter Engelberth in Dünebusch einige frühere Sänger des Knappenchores und die damalige Dünebuscher Jugend und gründen den MGV Dünebusch. Sein erster Dirigent wird der Lehrer Adolf Engelberth. Er war einer der besten und eifrigsten Dirigenten, die der Verein bis jetzt besessen hat. Bereits 1922 schließt sich der neue MGV als Arbeitergesangsverein "Gleichheit" der, besonders in unserer engeren Heimat sehr verbreiteten, Arbeitergesangsbewegung an. Gleichzeitig treten auch sangesfreudige Männer aus Bitzen dem umbenannten Verein bei.

Die Vereinsgeschichte der folgenden Jahre spiegelt die Not der Zeit. So steigt zum Beispiel der Beitrag von 200 Reichsmark im Februar 1923 auf 3 000 000 Reichsmark im Oktober 1923. Zur gleichen Zeit erhält der Dirigent zwei Päckchen Taback a 100 Gramm als Honorar. Mit der Einführung der Rentenmark endet diese trübe Zeit. 1927 gibt Lehrer Engelberth die Stabführung des Vereins an Lehrer Hartenfels ab. Unter ihm erfolgt ein weiterer Ausbau des Sangesleben Bitzen-Dünebusch. Neben den Männerchor treten nun Frauenchor, Kinderchor und gemischter Chor.

Mit diesen Chören und 13 Gastvereinen begeht der Verein 1928 sein Fahnenweihfest. Noch im gleichen Jahre legt Lehrer Hartenfels den Taktstock hin, der für ein knappes Jahr von Musikdirektor Dörlemann übernommen wird. Ihm folgt Lehrer W. May. Im Zuge der berüchtigten "Gleichschaltung" 1933 muss W. May den Taktstock an Chorleiter Sonntag abgeben. Gleichzeitig wurde der Arbeitergesangsverein wieder MGV. Nur der Einsicht des damaligen Kreisleiters Sieler ist es zu danken, dass die schöne Fahne des Arbeitergesangsvereins nicht verbrannt wurde. Von 1934-1936 leitete Lehrer Fritz Häußler den Chor. Ihm folgte bis 1938 Heinrich Müller aus Au. Bis zum zweiten Weltkrieg war dann Willi Busch aus Morsbach Dirigent. 1938 wurde die leicht geänderte Fahne des Arbeitergesangvereins neu geweiht.

Auch nach dem Kriege dauerte es wieder drei Jahre, bis sich im Mai 1948 der Verein in der Schule Dünebusch neu sammelte. Ein Zeichen für den Opfersinn seiner Mitglieder ist das damals neu angeschaffte Klavier, das 18.000 Reichsmark kostete. Die Stabführung des Vereins übernahm Musikdirektor Jakob Kraus. Er veranstaltete mit dem Verein mehrere Waldkonzerte. Erstmals fand ein solches Waldkonzert mit dem ersten Auftreten des von Lehrer Mack neugegründeten Kinderchores im Jahr 1950 statt. Höhepunkte des Vereinslebens nach dem Kriege waren das Konzert in Marienberg 1950, bei dem der Verein Einladungen nach Schweden und Frankreich erhielt, das große Sängerfest 1951, an dem 14 auswärtige Vereine teilnahmen und der Besuch des Sängerwettstreits in Netphen 1951, der durch zwei gute Preise belohnt wurde. 1951 übernahm Chorleiter Heinz Over-Rosbach die Vereinsleitung.


Heute probt der Verein jeden Freitag, ab 19.30 Uhr im Bürgerhaus "Bergtreff" im Ortsteil Dünebusch. Die Mitgliederzahl liegt bei 180 Mitgliedern, davon 30 aktive Sänger. Das Durchschnittsalter der Sänger liegt bei 53,3 Jahren.


Der Vorstand setzt sich aktuell wie folgt zusammen:

1. Vorsitzender: Torben Gerhards
2. Vorsitzender: Klaus Schreiner
1. Geschäftsführer: Ralf Tillmanns
2. Geschäftsführer: Armin Weigel
1. Kassierer: Rolf Röttgen
2. Kassierer: Chris Böhmer

Beisitzer: Dennis Schreiner, Lars Schneider

Jugendwart: Maximilian Tillmanns

Notenwart: Friedrich-Wilhelm Klüser

 

 

 

Hier und heute ist es wiederum an der Zeit neue Wege zu suchen, um weitere Mitglieder für den Verein zu gewinnen, denn eins ist sicher: Ohne den Gesangverein gibt es kein Sängerfest, kein Zeltfest, keinen Festzug oder Frühschoppen, kein Oktoberfest, keine Gesangsbeiträge auf Weihnachtsfeiern oder Friedhofsveranstaltungen.

 

Probe:
immer Freitags
ab 20 Uhr
Bürgerhaus "Bergtreff", Dünebusch

Kontakt:
Torben Gerhards
Vorsitzender
Mobil: 0151 - 23085043

 


Entstehung des Sangesleben auf dem Berg
Auszug von: Heimatbuch Amtsbezirk Hamm / Sieg 1956

Knappenchor St. Andreas

Viel früher als bisher angenommen wurde, hat es "auf dem Berg" bereits ein recht reges Sangesleben gegeben. So wurde bereits am 20. Juli 1881 auf der Grube St. Andreas bei Bitzen der erste Knappenchor unter Vorsitz des damaligen Obersteigers Fuchs und der Stabführung des Lehrers Hecheltjen aus Forst gegründet. Allerdings war diesem Verein kein langes Leben beschieden. Erst am 28. Juli 1894 wurde dann auf Anregung der Grubenleitung unter Obersteiger Idelberger der MGV "Knappenchor St.Andreas" Bitzen gegründet. Nur wenige der Mitbegründer dieses Chores leben noch unter uns. Erster Dirigent wurde von 1894 bis 1898 Lehrer Petrowsky, ihm folgte von 1898 bis 1903 Lehrer Fröhlich. Von 1903-1907 leitete den Chor der bekannte Chordirigent Lehrer May, dem dann bis zum traurigen Ende des Chores 1914 Lehrer Meyer, Forst folgte. Es ist durchaus interessant, in den Statuten dieses alten Vereins zu lesen, dass das Fehlen auf einer Probe "ohne gültige Ursache" eine Buße von 0,20 Reichsmark kostete (nach heutiger Kaufkraft immerhin den Gegenwert von vier Schnäpsen). Ebenso bemerkenswert ist aber auch, dass die Dirigenten, übrigens allesamt Lehrer, ihr Amt ehrenamtlich versahen und nur ein jährliches Ehrengeschenk erhielten. Besondere Verdienste um den Knappenchor haben sich Inspektor Thielmann und Lehrer May erworben. Das Ende dieses ersten Chores auf dem "Berg" war, wie schon gesagt, wenig rühmlich. Am 4./ 5. Juli 1914 war das Fahnenweihfest des Turnvereins Bitzen. Aus diesem Anlaß fand ein großer Festzug statt, an dem sich auch der Knappenchor beteiligen sollte. Inspektor Thielmann hatte Mühe, noch einen Fahnenträger und zwei Begleiter für die Vereinsfahne zu finden. Die übrigen Sänger zogen es vor, in der schmucken weißen Turnertracht statt im Schwarz der Bergleute mitzumarschieren. Also betrachtete der Inspektor seinen Knappenchor als nicht mehr vorhanden. Nun, der wenige Wochen später beginnende Weltkrieg hätte ohndies dem Sangesleben ein Ende gesetzt.