Der "Berg", wie die beiden Gemeinden Bitzen und Forst von der umwohnenden Bevölkerung meist genannt werden, gehörte schon sehr früh (13. Jahrhundert) zum Kirchspiel Hamm und zur Grafschaft Sayn.

Die, heute bekannte, erstmalige urkundliche Erwähnung von Bitzen erfolgte im Jahre 1487.

Der Name Bitzen wurde, nach heutiger Deutung, abgeleitet aus dem alten Wortlaut "bi den Zünnen" oder "bynnen den Zynnen", was auf einen eingezäunten Besitz oder Hof hinweist.

 

Der Name Dünebusch wurde früher auch "Dünnbusch" oder "Dinnbusch" geschrieben, was nichts anderes als "dünner Busch" bedeutet, also ein langgestreckter größerer Mischwald.

Unter den Grafen von Sayn bildeten die Orte Bitzen, Dünebusch und Pirzenthal eine Sende. Aus dieser Sende ging in preußischer Zeit die Gemeinde hervor. In früherer Zeit lebte die Bevölkerung mehr schlecht als recht von den kargen Erträgen der Landwirtschaft, die der überwiegend steinige Boden erbrachte sowie vom Erzbergbau, der schon sehr früh nachgewiesen werden kann.

 

Die größte Rolle für die Bewohner auf dem "Berg" spielte aber über ein Jahrhundert lang (1831 bis 1931) die Eisenerz-Grube "St. Andreas" in Bitzen, gingen doch 90 Prozent der männlichen Bevölkerung der beiden Berggemeinden dem schweren und gefahrvollen Beruf des Bergmannes nach. Die Grube sicherte jedoch andererseits den Bergmannsfamilien das tägliche Brot. Somit bedeutete die Grubenschließung im Jahre 1931 einen herben wirtschaftlichen Schlag für die Gemeinde, von dem sie sich nur schwer erholte. Heute stellt sich die Gemeinde Bitzen als eine ruhige, dörflich strukturierte Wohngemeinde dar.


 

Eine Übersicht über die gemeindliche Bevölkerungsentwicklung der letzten 150 Jahre belegen nachfolgende Zahlen.

Jahr              1855  1875  1900  1925  1953  1977  1987  1997  2002  2007  2012  2015 
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Einwohner     213    332    395    575    734    737    743    822    823    818    714    722

 

 
 
Anfang der 1700-iger Jahre wurde in Dünebusch Schule gehalten. In welcher Art, ist nicht bekannt. Überliefert ist, dass der Besitzer des Erzbergbaus in der Gemeinde Bitzen im Jahre 1729 zwei Reichstaler und 60 Kreuzer aus dem Anteil seiner Kuxen (heute mit Aktien vergleichbar) an die Schule bezahlte.
In der Publikation „Schulen und Schulwesen im Hammer Land“ sowie im Hammer Heimatbuch von 1956 wird erwähnt, dass der Lehrer, ein Ackerer Heinrich Klein aus Bellingen, im Jahre 1730 für seine Lehrtätigkeiten in Forst und Bitzen 4 Reichstaler und 60 Kreuzer erhielt. Bei diesen Schulen handelte es sich um sogenannte Ding-, Send- oder Heckenschulen, d.h. in  wechselnden Häusern wurde unterrichtet.
Niedergeschrieben ist auch, dass im Jahre 1808 für den Schulunterricht im Bereich Bitzen ein Schulkapital von 146 Reichstaler und 75 Kreuzer vorhanden war. Sechzehn Jahre später waren es sogar 252 Reichstaler und 22 Kreuzer.
Mit Erlass vom 27. November 1837 ordnete die königlich preußische Regierung zu Koblenz die Einrichtung von Bezirksschulen an. Im Kirchspiel Hamm waren es vier dieser Art, darunter auch eine für die Orte Dünebusch, Bitzen und Pirzenthal mit Standort in Dünebusch. Die nächste war in Forst, wo im Jahre 1842 ein Fachwerkgebäude für die Einrichtung einer Schule erworben wurde.
Den 1837iger-Erlass kann man als Beginn eines „fast“ geregelten Schulbetriebes auf dem „Berg“ bezeichnen.
Acht Jahre später kam es zu einem Einschnitt in der Schulgeschichte der Gemeinde Bitzen. Bürgermeister Lanzendörfer und Schulinspektor Pfarrer Seippel verfügten mit den Schulvorständen die Zuordnung der Schüler aus Dünebusch und Bitzen zur Schule Forst und die Kinder aus Pirzenthal zur Etzbacher Schule. Dabei gingen auch die Tische und Bänke aus der Schulstube Dünebusch nach Forst über.
Im Jahre 1879 erhielt der Lehrer ein Jahresgehalt von 1.000 Mark. Finanziert wurde dieses mit 170,80 Mark von Bitzen, 369,20 Mark aus Forst und 460.00 Mark aus dem Staatzsfond.
In der Schule Forst stiegen die Schülerzahlen kontinuierlich an. Um 1880 waren es 130; es musste vor- und nachmittags unterrichtet werden. Daraufhin schaltete sich die Bezirksregierung ein und genehmigte im Eiltempo den Neubau eine Schule in Dünebusch. Für diesen wurden Grundstücke am 30. Mai 1882 erworben. Der Gemeinderat vergab den Auftrag am 14. Dezember 1882 an Maurermeister Könemund aus Wissen zum Preis von 12.260 Mark. Die Bruchsteine kamen aus dem Bellinger Steinbruch. Der große Tag der Übergabe fand am 30. September 1884 statt. Fortan gingen die Kinder aus Bitzen, Dünebusch und Pirzenthal in die neue Schule.
 

Die ehemalige Schule Dünebusch ist heute in Privatbesitz.
 
Achtundzwanzig Jahre später erfolgte eine Erweiterung durch den Bauunternehmer Hahmann aus Opsen. Der Kostenaufwand belief sich auf 19.708 Mark. Ergänzt wurde das Schulareal ab 8. September 1964 mit einer Schulbaracke. Diese sollte eine vorübergehende Lösung bis zu einem Neubau einer Schule sein. Die beiden Berggemeinden hegten nämlich den Wunsch, eine Mittelpunktschule mit Turnhalle im Bereich des jetzigen St.-Andreas-Hauses zu beantragen. Eine Besichtigung mit der Bezirksregierung fand statt, die jedoch das Projekt am 14. Juli 1965 ablehnte. Man intervenierte seitens der „Berges“ mit aller Macht. Nach einer weiteren Besichtigung erklärte sich Koblenz bereit, eine gemeinsame Grundschule ohne Turnhalle zu genehmigen. Trotz diesbezüglicher Ratsbeschlüsse vergingen weitere Jahre. Die Schülerzahlen sanken; das Vorhaben wurde gestoppt.
Die rheinland-pfälzische Schulreform Ende der 1960-iger Jahre/Anfang der 1970iger Jahre machte auch in Dünebusch nicht Halt. Am 31. Juli 1972 schloss die Schule, die sich heute in Privatbesitz befindet.
 
Text und Foto: Rolf-Dieter Rötzel