Für viele Generationen war dieser Platz im alten Dorfkern von Bitzen ein wichtiger Treffpunkt:

Die Milchbude.

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Der Gemeindediener, "Schütz" genannt, gab mit Hilfe seiner „Ortsschelle“ die Gemeindemitteilungen bekannt. Die Jugend versammelte sich um Streiche „auszuhecken“ und die Älteren trafen sich zum Schwätzchen.

Ursprünglich stand auf dem Grundstück ein kleines, aus Ziegelsteinen errichtetes, "Spritzenhaus". In ihm waren die Geräte zur Brandbekämpfung gelagert. Es muss schon vor dem Jahre 1892 gebaut worden sein.

 


Im Jahre 1942 wurde an das Spritzenhaus eine Baracke errichtet. Von hier wurde die Bevölkerung des "Berges" mit Milch, gegen Vorlage der entsprechenden Lebensmittelkarten, versorgt. Auch später war dies die "Zentrale Sammel- und Verkaufsstelle für Milch und andere Molkereiprodukte". Daher erhielt sie im Volksmund den Namen "Milchbude". 1955, nachdem die Gemeinde das Grundstück erworben hatte, wurde das baufällige Spritzenhaus abgerissen. Einem Gemeindebürger wurde der kostenlose Abbruch, gegen die Überlassung der Ziegelsteine, übertragen. Die Baracke wurde im Jahre 1967 abgebrochen und an ihrer Stelle eine Buswartehalle errichtet. Daneben positionierte die Post eine Telefonzelle. Nach der Verlegung der L 267 wurde auch diese Funktion im Jahre 1986 überflüssig. Den Rest besorgte der Orkan, „Wiebke“, der die Wartehalle zertrümmerte.


Der Ortsgemeinderat beschloss, angesichts der Geschichtsträchtigkeit den Platz auch weiterhin als Treffpunkt zu gestalten. Alte Strom- u. Wasseranschlüsse wurden erneuert, eine überdachte Sitzgruppe errichtet, die Mauer erneuert und ein neues Holzgeländer angebracht. Der Platz wurde gepflastert und mit einer Pflanzecke versehen. Neben einer Linde und anderen Gehölzen fand hier auch eine Lore mit Schienenstück und eine Seilscheibe (siehe St. Andreas Haus), als Erinnerung an die Grubenvergangenheit, ihren Platz. Die meisten Arbeiten wurden in freiwilligen Arbeitseinsätzen durch die Bürger erbracht.

 

Am Sonntag, 26. Juli 1992 konnte der Dorfplatz unter zahlreicher Beteiligung der Bevölkerung seiner Bestimmung übergeben werden. Der Dorfplatz wird bis heute von Jung und Alt angenommen. Der Blumenschmuck am Geländer wird alljährlich durch den MGV Dünebusch angebracht und gestiftet.